Rückblick 2017

2017 ist Geschichte. Zumindest liegt es in den letzten Zügen. Alle Ausschüsse sind verbloggt, alle Newsletter geschrieben und alle Fraktions- und Arbeitskreissitzungen abgesessen. Zeit, das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen.

Es war wieder echt anstrengend; ohne Scheiß, jetzt.

Wer gerne unreflektiert auf „die Politiker“ schimpft, der darf sich gerne mal die Mühe machen, einen Kommunalpolitiker über eine gewisse Zeit lang zu begleiten. Die Türen der Piraten (und sicher auch die der anderen Parteien) stehen offen.  Wir arbeiten ehrenamtlich und verballern nicht wenig unserer Freizeit für Sitzungen, deren Vorbereitungen sowie jede Menge Termine, an denen man einfach teilnehmen sollte, um mit Aachener Menschen in Kontakt zu kommen (von alleine kommen die nämlich meist nur, wenn die Kacke schon schwer am Dampfen ist).

Vielleicht blogge ich einfach mal ein bisschen was über meinen Alltag als „Kommunalpolitiker“ (wobei ich kein Mandatsträger, sondern „nur“ sachkundiger Bürger bin. Den Job als Mandatsträger würde ich mir im Leben nicht ans Bein binden wollen…). Aber das soll jetzt auch nicht Thema sein.

Das war gut in 2017

Ein bisschen Rahmeninfos:

  • In Aachen gab es acht Sitzungen des Schulausschusses, an denen ich immer teilgenommen habe.
  • In der StädteRegion gab es fünf Sitzungen des Schulausschusses, von denen ich vier Sitzungen besucht habe (es gab eine Termindoppelung mit dem Aachener Ausschuss).
  • Alle meine Sitzungen habe ich ausführlich verbloggt (erreichbar jeweils über die entsprechende Kategorie „Schulausschuss xy“ rechts in der Sidebar).
  • Darüber hinaus gab es jede Menge Sitzungen/Workshops/Gespräche, an denen ich teilgenommen habe (hier ein Auszug):
    • Fachgespräche zum Thema „Sprache/Bildung“ im neuen Integrationskonzept der Stadt Aachen.
    • Schülerehrung der in 2017 ausgezeichneten Aachener Schüler und Schülerinnen (Jurysitzung und Preisverleihung).
    • Planungsworkshop „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (meine Meinung zu „KAoA“ habe ich an anderer Stelle bereits verbloggt).
    • Fachtagung „Zukunftswerkstatt Schulbegleitung in inklusiven Regelschulen“
    • Eine Hand voll Sitzungen und Workshops der Lenkungsgruppe zur Weiterentwicklung der Aachener Schullandschaft.
    • Diverse Besuche und Empfänge bei Schulen und Institutionen als Vertreter eines meiner beiden Schulausschüsse.

Darüber hinaus gab es Infoabende, Workshops und Präsentationen, an denen ich „in zivil“ teilgenommen habe, weil es sowohl meine politische Arbeit als auch mein piratisches Interesse an digitalen Bildungsthemen betraf (das Mediencafe des Medienzentrums oder der DED2017 in Köln, zB.).

Alle diese Termine, den Austausch mit Jugendlichen, Pädagogen, Schulleitungen, politischen Vertretern und Menschen aus der Verwaltung empfand ich auf vielen Ebenen als bereichernd und konstruktiv. Das genieße ich sehr an dieser Aufgabe.

Ich denke, in meinen Ausschüssen habe ich im Rahmen meiner Möglichkeiten die eine oder andere piratische Duftmarke setzen können. Zumindest spiegeln mir vereinzelt Menschen aus Politik und Verwaltung, dass ich keine so schlechte Ausschussarbeit leiste. Der Umgang in „meinen“ Ausschüssen ist meistens entschlossen in der Sache, aber wertschätzend im Umgang (zumindest, wenn mal gerade kein Wahlkampf ist).

Unser Antrag zur „Kommunalpolitik in die Schulen“ kommt nach einigen Anlaufproblemen in 2017 endlich auf Drehzahl (Pilotprojekt „Politikum“). Ich hoffe, dass wir in 2018 endlich loslegen können.

Ich bin in den Aufsichtsrat der SPRUNGbrett gGmbH berufen worden… was sehr spannend ist, da ich der einzige Mensch im städteregionalen Schulausschuss bin, der SPRUNGbrett nicht einfach wie alle anderen mal eben so den jährlichen Zuschuss genehmigen möchte.

Wer mein Abstimmverhalten in meinen Sitzungen aufmerksam verfolgt, der wird feststellen, dass ich mich noch nie enthalten habe. Mein Anspruch war und ist weiterhin, ein klares Ja oder Nein begründen zu können und dafür einzutreten. Und wenn ich mit einer Entscheidung falsch liege, dann stehe ich dazu. Enthaltung ist keine Option für mich. Das macht die Ausschussarbeit aber eben auch aufwändig, weil ich die Entscheidungsgrundlagen ordentlich recherchieren und aufbereiten muss. Den Meinungsbildungssprozess sowie das Resultat seht Ihr in den umfangreichen Ausschussberichten, die ich hier immer wieder verblogge.

Das NRW-Förderprogramm „Gute Schule 2020“ hat uns dieses Jahr schwer beschäftigt und wird uns auch die nächsten Jahre noch begleiten. Ich bin mit der Umsetzung in Stadt und StädteRegion zufrieden, weil ich eben nicht die moderne Technik über alles andere stelle. Das mag im Bericht eines Piraten verwunderlich klingen, aber ich bin da konservativ: Technik folgt Pädagogik. Aus dem Schulumfeld habe ich dazu positive Rückmeldungen erhalten. Um „virtuelle Klassenräume“ mache ich mir Gedanken, wenn moderne Medien spürbar in der Lehrerbildung angekommen sind. 😉

Den Newsletter hatte ich kurz pausiert, dann aber wieder aufleben lassen. Mir fehlte in der Zeit einfach etwas. 😉

Und ich bin jetzt auch auf Facebook vertreten: www.facebook.com/Aachener.Bildungspirat. So ganz überzeugt es mich noch nicht, da ich mich weiterhin nur in meiner Bubble zu bewegen scheine. Ich warte 2018 noch ab.

Das war schlecht in 2017

Ich hatte Stadt und StädteRegion Aachen vorgeschlagen, Mitglied in der LAG Schulsozialarbeit zu werden. Daraus wurde leider nichts: Die Stadt Aachen wollte nicht. Die StädteRegion Aachen wollte, aber da wollte Schwarz-Grün nicht. Sehr schade.

Mein Widerstand bei der Zusammenlegung von Abendgymnasium und Euregio Kolleg war leider wirkungslos. Ich erinnere daran, dass uns in 2020 das selbe Spiel mit der Abendrealschule droht, die dann ebenfalls dem Weiterbildungskolleg in Würselen angebunden werden soll.

Ich habe gefühlt viel zu wenige Anfragen und Anträge gestellt; wobei ich meine Anfragen meist über den kurzen Dienstweg mit der Verwaltung geklärt bekam. Das ist jetzt nicht sonderlich werbewirksam, führt aber zu einer fundierten Meinungsbildung.

Die Piraten sind aus dem NRW-Landtag geflogen. Seitdem ignorieren uns die Medien noch mehr, als sie es vorher schon getan haben. Das ist zumindest mein Eindruck. Und es ist auch insofern ärgerlich, weil ich es offensichtlich kaum schaffe, ohne diese „Qualitätsmedien“ ein Interesse außerhalb meiner Bubble zu wecken. Mit noch mehr Aufwand würde mir das vielleicht doch gelingen, aber ich bin bereits fast am Limit dessen, was ich für die politische Arbeit aufzuwenden bereit bin. Umso enttäuschender ist es auch, dass ich mir hier einen Wolf blogge über politische Entscheidung, die „betroffenen“ Menschen aber immer erst dann mit Schnappatmung auf der Matte stehen, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Das ist unter anderem auch ein Grund, warum die Antragslage eher dünn ist: Es meldet sich einfach niemand, der gerne mal ein Problem oder eine Anmerkung hätte. Ich muss zwar nicht jedem Menschen (a.k.a. Wähler) nach dem Mund reden (ich bin eben kein Vollblut-Politiker), aber zumindest mal drüber reden könnte schon helfen. Ich hege die Hoffnung, dass sich das in 2018 bessert. Kommunalpolitik ist keine Einbahnstraße, Politikverdrossenheit keine Lösung.

In Summe gehe ich etwas erfahrener und klüger, aber auch etwas abgeklärter ins neue Jahr. In 2018 stehen endlich mal keine Wahlen an, so dass wir in den Ausschüssen wieder ohne Schaulaufen arbeiten können.

In diesem Sinne mache ich jetzt bis Januar Politik-Pause und genieße den Zustand vollkommener Absichtslosigkeit. Macht es gut, aber nicht zu oft.

Ein Gedanke zu „Rückblick 2017

  1. Hallo Michael,
    wie immer eine sehr guter Text, den man gerne liest.

    Wie du schon sagst: gucken wir, was 2018 bringt. Denn den Popo aufreißen für nix geht auf Dauer nicht.

    Mit unserem neuen Büro in der Lothringerstr. wird bestimmt alles besser… ! 🙂
    LG,
    Udo Pütz

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