Ratsantrag „Tag der Aachener Schulen“

Nach einem interfraktionellen Gespräch mit den Schulleitungen der Aachener Schulen ging ich längere Zeit mit der Idee für einen Ratsantrag schwanger: Was wäre, wenn sich die weiterführenden Schulen mit ihrem jeweiligen Angebot vor den Anmeldeterminen den Eltern und Kindern in Form einer Schau oder Messe präsentieren?

Mein Antrag soll die Verwaltung beauftragen, in einem ersten Schritt bei den Schulen die Bereitschaft für die Teilnahme an so einer Schau zu ermitteln und darauf aufbauend eine entsprechende Veranstaltung zu planen.

Hier ist der Wortlaut des Antrags.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

die Piratenfraktion im Rat der Stadt Aachen beantragt, den folgenden Beschluss zu fassen:

  1. Die Verwaltung wird beauftragt, an den weiterführenden Schulen in Aachen die Bereitschaft für die Teilnahme an einem „Tag der Aachener Schulen“ zu ermitteln.
  2. Bei überwiegender Zustimmung der Schulen plant, organisiert und bewirbt die Verwaltung diesen Informationstag zusammen mit den interessierten weiterführenden Schulen.

Begründung:

Ausgangssituation

Beim Übergang der Schüler und Schülerinnen von der Grundschule auf eine weiterführende Schule orientieren sich die Eltern am berechtigten Anspruch, die besten Bildungschancen für ihr Kind zu sichern. Die unverbindliche Lehrerempfehlung der abgebenden Grundschule spielt bei der Wahl der weiterführenden Schule allerdings oft nur eine untergeordnete Rolle.

Das Gymnasium gilt z.B. als die Schulform mit den besten Bildungschancen; unabhängig davon, ob die Lehrerempfehlung nur eingeschränkt oder gar nicht für das Gymnasium gegeben wurde. Seit Jahren übersteigt deshalb die Zahl der Anmeldungen für die 5. Klassen der Aachener Gymnasien deren Kapazitäten.

Und auch, wenn die Eltern sich für die in der Lehrerempfehlung vorgeschlagene Schulform entscheiden, bevorzugen sie die vermeintlich „attraktiveren“ Schulen, obwohl alle Aachener Schulen neben dem Unterricht auch eindrucksvolle und vielfältige Bildungsangebote bereit halten.

Das hat zur Folge, dass in Aachen zwar für die Haupt-, Real- und Gesamtschulen in Summe meistens noch genügend Plätze zur Verfügung stehen, einzelne Schulen jedoch trotzdem Anmeldungen ablehnen müssen, weil ihre Kapazitätsgrenze erreicht ist. Andere Schulen hingegen könnten durchaus weitere Kinder in der 5. Klasse aufnehmen.

Vor der Anmeldephase bieten die Aachener Schulen Tage der offenen Tür an, bei denen die Eltern sich über das Angebot der jeweiligen Schulen informieren können. Jede Schule organisiert ihren eigenen Informationstag, so dass die Eltern für Erst- und Alternativ-Schulwunsch mindestens zwei Tage investieren müssen. Die anderen Aachener Schulen haben derweil keine Chance, die Aufmerksamkeit der Eltern zu gewinnen, denn dazu wäre die Teilnahme an einem weiteren Tag der offenen Tür notwendig, zumal an einer Schule, die vermeintlich „uninteressant“ ist.

Das unvorhersehbare Elternwahlverhalten, die daraus resultierenden Schülerbewegungen sowie die entsprechend ungleichmäßige Auslastung der einzelnen Schulen stellen Verwaltung und Schulpolitik jedes Jahr vor große Herausforderungen bei der Gestaltung einer wirksamen und robusten Schullandschaft.

Um zumindest allen Aachener weiterführenden Schulen die Möglichkeit zu geben, sich und ihr Angebot vor Beginn der Anmeldephase allen Eltern präsentieren zu können, soll einmal jährlich ein „Tag der Aachener Schulen“ stattfinden.

„Tag der Aachener Schulen“

Statt vieler einzelner Informationstage bekommen alle Aachener weiterführenden Schulen vor Beginn der Anmeldephase für die 5. Klassen die Gelegenheit, sich und ihr Schulprofil im Rahmen eines gemeinsamen Tages zu präsentieren. Dazu bieten sie an eigenen Ständen Informationsmaterial wie Aufsteller oder Broschüren an und stehen interessierten Eltern für Fragen zur Verfügung. Denkbar wären auch kurze Vorträge auf einer Bühne, um sich mit kurzen Video-Einspielern oder Webseiten-Präsentationen vorzustellen.

Da weiterführende Privatschulen ebenfalls Bestandteil der Aachener Schullandschaft sind, erhalten auch sie Gelegenheit, sich vorzustellen.

Bei allen Präsentationen ist darauf zu achten, dass auch weniger finanzstarke Schulen eine angemessene Möglichkeit zur Vorstellung erhalten, damit sich nicht Fotokopien gegen Hochglanz-Broschüren behaupten müssen. Ein entsprechendes Regularium sowie der potenzielle Umfang einer Förderung durch die Stadt Aachen wären Bestandteil der Planung.

Die Durchlässigkeit des Schulsystems kann an einem Extra-Stand besonders hervorgehoben werden, so dass Eltern die Möglichkeiten für einen höheren Schulabschluss ihrer Kinder bis zum Abitur auch bei der Wahl von Haupt- oder Realschule aufgezeigt bekommen. Ebenso wäre evtl. die durchschnittliche Klassenbelegung der letzten Jahre je Schule für die Eltern interessant. Es könnte durchaus ein Auswahlkriterium sein, sein Kind an einer Schule anzumelden, deren Klassenbelegung nicht oberhalb des Klassenrichtwertes liegt.

Als Ort für die Durchführung dieses Tages böten sich je nach Anzahl der teilnehmenden Schulen entweder das DEPOT in der Talstraße oder das Eurogress an.

Vor der Planung nimmt die Verwaltung Kontakt zu allen weiterführenden Aachener Schulen auf, um die Bereitschaft zu ermitteln, sich an diesem „Tag der Aachener Schulen“ zu beteiligen. Erst bei einer angemessenen Mindestzahl von Schulen ist die Planung und Durchführung dieses Informationstages zielführend. Mindestens eine Schule jeder Schulform sollte sich beteiligen wollen.

Der „Tag der Aachener Schulen“ sollte kurz vor dem Start des Anmeldeverfahrens für die weiterführenden Schulen stattfinden. Die Anmeldezeiträume der Aachener Privatschulen sind dabei zu berücksichtigen.

Der Antrag kommt vermutlich in der ersten Ratssitzung in 2019 zur Info auf die Tagesordnung. Ab wann wir den dann im Schulausschuss beraten, kann ich nicht sagen. Ich melde mich. 😉

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