Nachklapp: Grüner Ratsantrag „IT-Hausmeister an Schulen“

Im vergangenen Aachener Schulausschuss berieten wir über den Antrag der Grünen, die Verwaltung möge an Aachener Schulen sogenannte „IT-Hausmeister“ einsetzen, um dort den First-Level-Support sicherzustellen.

Ich habe in meinen Bericht zum Ausschuss genauer erläutert, warum ich gegen die Beschlussvorlage der Verwaltung war. Allerdings gab es im Nachgang irgendwie Irritationen darüber, warum ich bei der Abstimmung so abgestimmt habe, wie ich abgestimmt habe. Deshalb hier ein kurzer Nachklapp.

Die Beschlussvorlage enthielt drei Absätze, über die wir ursprünglich als Ganzes abstimmen sollten. Die Grünen wünschten sich jedoch, dass wir über leicht angepasste Absätze getrennt abstimmen sollten, und so haben wir es gemacht.

Dem folgenden Absatz habe ich zugestimmt:

Der Schulausschuss nimmt den Bericht der Verwaltung zustimmend zur Kenntnis und beschließt, die Aufgabe des First-Level-Supports grundsätzlich zuständigkeitshalber bei den Schulen zu belassen.

Die folgenden beiden Absätze habe ich abgelehnt:

Das Angebot der Fa. regio iT GmbH, befristet für die Dauer eines halben Jahres die Grundschulen durch sog. „IT-Hausmeister*innen“ IT-Fachkräfte bei dem First-Level-Support zu unterstützen, wird angenommen.

Ebenso beschließt der Schulausschuss, auch anhand der dabei gewonnenen Erkenntnisse den Medienbeauftragten der Grundschulen eine Schulung bzw. Einweisung zur Bewältigung der Aufgaben des First-Level-Supports anzubieten.

Warum diese Unterscheidung in meinen Abstimmungen?

Zuständigkeit der Schulen

Ich möchte, dass pädagogisch geschulte Medienfachkräfte (und nicht IT-geschulte Lehrkräfte) an den und für die Schulen erste Ansprechpartner vor Ort für Probleme mit IT-Infrastruktur und eingesetzten Medien sind.

Die Schulen können gerne eigenverantwortlich diese Fachkräfte auswählen und einstellen, vielleicht sogar zusammen mit benachbarten Schulen, damit sich der Einsatz als First-Level-Supporter rechnet, dafür aber die Reaktionszeiten durch Ortsnähe verträglich bleiben. Stichwort hier: „Freiheit und Eigenverantwortung für unsere Schulen“ aus dem schwarz-gelben Koalitionsvertrag der NRW-Landesregierung.

Sinnvoll wäre es, wenn diese Fachkräfte im System „Schule vor Ort“ bekannt und integriert sind, eben wie es die „normalen“ Hausmeister sind (deren Arbeitgeber übrigens die Stadt Aachen ist).

Für mich drückt der erste abzustimmende Absatz der Vorlage genau das aus: Die Schulen schauen, dass sie ihren First-Level-Support gekramt bekommen, zumal jede Schule durch ihr Medienkonzept bestimmte Eigenheiten und Ansprüche hat, die die Fachkraft bedienen können muss. Das ließe sich evtl. noch über zwei, drei Schulen gemeinsam organisieren, aber sicher nicht über „zwei Menschen für alle Schulen“, wie es der zweite Absatz bedeutet.

IT-Fachkräfte und Schulung

Ich möchte nicht, dass die regio iT den First-Level-Support (auch nicht kostenlos in den ersten 6 Monaten) übernimmt.

Diese zwei zusätzlichen Kräfte, die nun den First-Level-Support an allen Grundschulen mit Bedarf unterstützen sollen, sind zum einen ein Tropfen auf dem heißen Stein, zum anderen eben genau nicht Menschen innerhalb des Schulsystems.

Und weiterhin sollen sich Lehrkräfte in IT- und Medienfragen aufschlauen, die weit über die Anwendung im Unterricht hinausgehen. Eine Lehrkraft muss nichts über Zugriffsrechte im Netzwerk, Reset von Rechnerkonfigurationen oder defekte Kabel wissen. Das ist nicht deren Aufgabe. Aber es kostet halt nix extra.

Mit dem jetzt gefassten Beschluss bleibt es meiner Meinung nach beim Status Quo mit der Option, dass der nach den sechs Monaten Testphase um die Kosten für mindestens zwei IT-Fachkräfte der regio iT teurer wird.

Deshalb habe ich dagegen gestimmt.

Ich finde es übrigens sehr schade, welchen Verlauf der eigentlich gute Antrag der Grünen genommen hat, und ich bin immer noch erstaunt, dass die sich so kampflos geschlagen gegeben haben. Das hätte ein richtig tolles Supportkonzept im Sinne der Schulen werden können.

Ein Gedanke zu „Nachklapp: Grüner Ratsantrag „IT-Hausmeister an Schulen“

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