DigitalPaktD: Ein Indikator für den Stellenwert der digitalen Bildung

Die Bundesbildungsministerin Johanna Wanka möchte bis 2021 insgesamt fünf Milliarden Euro für digitale Bildung an den deutschen Schulen investieren.

Eine Milliarde Euro pro Jahr für ca. 44.000 Schulen in Deutschland… das beschert jeder Schule etwa 23.000 Euro im Jahr.

Mal abgesehen davon, dass die Flughafenruine BER soviel in ca. einer halben Stunde durchballert, sind mit 23.000 Euro pro Jahr nicht wirklich große Sprünge zu machen: Die Infrastruktur muss entsprechend leistungsfähig und zukunftssicher aufgestellt sein, das Unterrichtskonzept muss stimmen und die Lehrkräfte müssen das Rüstzeug für die Vermittlung digitaler Inhalte mit auf den Weg bekommen. Und Wartungsverträge für Hard- und Software an den Schulen dürften auch nicht für kleine Marie zu bekommen sein.

Schaut man sich darüber hinaus an, was sonst noch so auf der Agenda dieser „Bildungsoffensive“ steht (Regionale Kompetenzzentren, OER-Informationsstelle, Schul-Cloud etc.), dürfte der für die Ausrüstung der Schulen zur Verfügung stehende Betrag noch merklich abschmelzen…

Ich verweise mal auf das aktuelle Diskussionspapier „Digitale Bildung“ des Kompetenzzentrums Öffentliche IT. Darin steht zu lesen, was es braucht für eine funktionierende digitale Bildung. 23.000 Euro und weniger pro Jahr sehe ich da nicht einmal als Starthilfe.

Nebenbei bemerkt: Das Land NRW möchte im Rahmen des Investitionsprojektes „Gute Schule 2020“ ja schon alleine zwei Milliarden Euro in Schulen investieren, unter anderem auch in die „digitale Bildung“. Dagegen sind die bundesweiten fünf Milliarden Euro ein Witz.

Und natürlich ist es nicht damit getan, die durch jahrelangen Investitionsstau vergammelnden Schulen mit „Tablet-Klassen“ zu pampern. Einen entsprechenden Antrag haben wir in Aachen eingereicht: Marode Schulbauten in einem der reichsten Länder der Welt, aber in der digitalen Bildung ganz vorne mitspielen wollen… das ist peinlich.

Die Absichtserklärungen von Land und Bund zur Förderung der digitalen Bildung in Deutschland kann man getrost als Wahlkampfspektakel abtun, solange die zur Diskussion stehenden Investitionen nicht einer gebotenen Systemrelevanz von Bildung und Schulen entsprechen.

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