Bericht Schulausschuss StädteRegion Aachen, 07.11.2019

Am 07.11.2019 tagte der Schulausschuss der StädteRegion zum letzten Mal für dieses Jahr. Hier ist mein Bericht.

tl;dr: Mein Abstimm­ver­hal­ten fin­det ihr hier.

Presse war da, Einwohnerfragen gab es keine.

Erstmalig in den vergangenen Jahren werde ich das offizielle Protokoll unterzeichnen müssen. Man lernt nie aus. 😉


Ö2: Berufliche Schulentwicklungsplanung für die Berufskollegs der StädteRegion Aachen – 2019/0425 (B)

Kleine Info am Rande: Die Erstellung eines Schulentwicklungsplans (SEP) war wohl bis 1999 Pflicht für Schulträger, danach bekamen sie einen großen Spielraum. Eines meiner Lieblingszitate gilt aber auch hier: „Wer nicht weiß, wohin er segeln möchte, für den ist kein Wind der richtige.“

Prinzipiell kann ich also die Erstellung eines SEP nur befürworten.

Die Verwaltung sowie die Schulleitungen zweier Berufskollegs stellten die Rahmenbedingungen und den Prozess zur Entwicklung einer neuen Schulentwicklungsplanung (SEP) vor.

Es wird keine statische, sondern eine dynmaische SEP sein, was ich sehr gut finde, da gerade die Digitalisierung und die sich daraus ergebenen neuen oder geänderten Berufsbilder sich nicht an Fünf-Jahres-Pläne halten. Der Schulausschuss bekommt einen jährlichen Bericht (evtl. kurz vor den Sommerferien als „Abschlussbericht“ des vergangenen Schuljahres).

Die Vorlage ist sehr umfassend und ich stimme ihr fast vollständig zu, bis auf eine Kleinigkeit:

Nirgendwo thematisieren Verwaltung oder BK-Leitungen die Folgen z.B. der Digitalisierung auf den Bedarf an Berufen (oder zumindest nur ein bisschen im Hinblick auf die Anforderungen des Wirtschaftsstandortes). Das halte ich aber für elementar wichtig.

Mein Lieblingsbeispiel:

Mein Zahnarzt hat bei sich in der Praxis einen Computer und eine 5-Achs-Fräse stehen. Er bohrt im Zahn und scannt im Anschluss das Loch sowie die Zahnumgebung. Das Computerprogramm modelliert daraufhin fast automatisch die Form des Inlays und sendet die CAD-Daten an die Fräse. Die nimmt sich automatisch einen Keramikblock und fräst daraus das Inlay. Der Zahnarzt knibbelt dann nur noch einen Grat ab und klebt das Inlay ins Bohrloch. Das Inlay ist so präzise gearbeitet, dass es sich beim Probeeinsetzen bereits fast unlösbar am Zahn festsaugt.

Zahntechniker ist ein aussterbender Beruf, den man aber immer noch am BK Gestaltung und Technik erlernen kann. Es wird sicherlich immer noch einen Bedarf an Zahntechnikern geben, aber womit gestern und heute noch 1000 Menschen ihren Lebensunterhalt verdient haben, da werden in 10 – 15 Jahren vielleicht nur noch 100 Menschen ihre Arbeit finden.

Die Digitalisierung macht hochqualifizierte Jobs überflüssig, nicht nur Hilfskräfte in der Fischbratküche.

Ich möchte unsere BKs gerne zukunftssicher machen, und dazu gehört eben auch, Auge und Ohr an technologischen und sozialen Entwicklungen zu haben, um geschmeidig darauf reagieren zu können. Die StädteRegion ist da eigentlich schon recht gut aufgestellt, was die Einrichtung des Kaufmanns/der Kauffrau für E-Commerce gezeigt hat: Damit war die StädteRegion einer der ersten Schulträger mit diesem Ausbildungsgang im Angebot.

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat in 2018 eine Studie darüber veröffentlicht, welche Auswirkungen die Digitalisierung auf die verschiedenen Berufe und Qualifikationen hat. Ganz interessant, um mal bei meinem Beispiel mit der Zahntechnik zu bleiben: Die Bedarfe im Bereich „Medizinisches Laboratorium“ werden noch steigen (wohl wegen der alternden Gesellschaft), aber die Qualifikation im Labor wird eine andere sein müssen. Und das hätte ich gerne in irgendeiner Form in der Schulentwicklungsplanung abgebildet gesehen.

Ich habe den Beschluss mitgetragen und darum gebeten, eine Einladung zur angekündigten „Zukunftswerkstatt“ zu bekommen.


Ö3: Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung der StädteRegion Aachen – Sachstand räumliche Anforderungen – 2019/0422 (B)

Darüber hatten wir in der vorherigen Ausschusssitzung bereits diskutiert.

Das BK für Wirtschaft und Verwaltung (BWV) in der Lothringerstraße hat das Problem, dass die vorhandenen Räumlichkeiten für die gewachsenen Ansprüche an eine zeitgemäße Bildung und die Menge an Lernenden und Lehrkräften nicht mehr ausreichen.

Die Prüfung aller Bedingungen ist zwar noch nicht komplett abgeschlossen, aber es steht weiterhin sehr deutlich die Option für einen Neubau des BWV auf der Agenda.

Ich kann mir mittlerweile sehr gut einen Neubau vorstellen, der wesentliche Verbesserungen für pädagogische, inklusive und ökologische Aspekte bringt. Allerdings sehe ich derzeit keinen Standort in der Aachener Innenstadt, der ein neues Berufskolleg für ca. 2100 Menschen aufnehmen kann. Hätten wir den, wäre der bereits mit der fünften Aachener Gesamtschule „belegt“.

Vermutlich wird es tatsächlich auf einen neuen Standort auf einem der neuen Aachener Campusse (Campi? Campen? Campari? 😉 ) hinauslaufen.

Es kam kurz zur Sprache, ob wir denn nicht auch gleich das benachbarte Paul-Julius-Reuter-Kolleg mit in die Pläne einbeziehen sollten. Die Verwaltung trat da sofort auf die Bremse, was ich befürworte: Erstens scheint es im PJR-Kolleg nicht die Probleme wie im BWV zu geben. Und zweitens, was ich für sehr viel ausschlaggebender halte, ist es nicht machbar (und auch nicht wünschenswert!), einen Bildungskoloss für über 4.000 Menschen in Aachen zu bauen. Den Platz haben wir schon mal gar nicht, und die „Lernumgebung“ wäre wohl der Horror.

Ich habe den Beschluss so mitgetragen und bin auf die kommenden Sachstände gespannt.


Ö4: Abendrealschule und Weiterbildungskolleg der StädteRegion Aachen – Bericht zur Schülerzahlentwicklung – 2019/0466 (K)

Die Zahlen am Weiterbildungskolleg (WBK) sinken trotz Werbung beständig.

Ich hatte mich weiland gegen die Zusammenlegung von Abendgymnasium und Euregiokolleg ausgesprochen. Tatsächlich hat es sich mittlerweile durch die geringen Studierendenzahlen ergeben, dass wir ohne diese Zusammenlegung sowohl das Euregiokolleg als auch das Abendgymnasium verlieren würden. Da lag ich also falsch, wobei ich weniger die sinkenden Zahlen auf dem Schirm hatte, sondern eine Schwächung des Aachener Standortes befürchtete.

Schaue ich mir aber die weiterhin rückläufigen Zahlen an, dann sind wir in 3-4 Jahren wieder in der Situation, dass wir zu wenige Studierende am WBK haben. In zwei Jahren steht die Zusammenführung des WBK mit der Abendrealschule an, was vermutlich nur sehr kurz etwas Luft verschafft. Auch die Zahlen an der Abendrealschule sind stark rückläufig.

Die Menschen haben offensichtlich kaum noch Bedarf an Abschlüssen im zweiten Bildungsweg.

Ein Grund kann laut Vorlage u.a. die „steigende Abiturquote im ersten Bildungsweg“ sein. Ich habe den Verdacht, dass die Abiturienten nicht schlauer werden, sondern dass dank Akademisierungsfetisch nur die Ansprüche an ein Abitur sinken. In diesem Artikel steht erschreckend anschaulich beschrieben, wie es um die Studierfähigkeit junger Menschen bestellt ist…

Und wenn aktuell die „gute Konjunktur“ auch Menschen ohne höheren Schulabschluss Lohn und Brot verschafft, muss das ja nicht für die nächsten 10 Jahre gelten. Dann wird es aber vielleicht keine geschmeidige Möglichkeit mehr geben, einen höheren Schulabschluss nachzuholen, weil wir mangels Masse die Abendschulen und Weiterbildungskollegs vorher schließen mussten.

Eine verfahrene Situation, das.

Ich habe die Vorlage zustimmend zur Kenntnis genommen.

Wir bekommen einen entsprechenden Sachstand vermutlich auch im Schulausschuss der Stadt Aachen am 28.11.2019. Ich werde berichten.


Ö5: Erfahrungsbericht der jugendbezogenen Sozialarbeit und der Schulsozialarbeit an den Schulen in Trägerschaft der StädteRegion Aachen im Schuljahr 2018/2019 – 2019/0428 (K)

Vorab: Diesen Punkt bekommen wir regelmäßig zum Jahresende. Bisher handelte es sich um umfangreiche Textgräber, die durchzuarbeiten nur bedingt Spaß machten. Dazu hatte ich im letzten Jahr etwas gesagt.

In diesem Jahr gibt es einen eher kurzen konsolidierten Bericht aller Beteiligten, was ich sehr befürworte (und mit entsprechend lobenden Worten im Ausschuss erwähnt habe). Ich hoffe, dass damit auch bei der Erstellung für die Fachkräfte mehr Zeit für die Arbeit am Kind übrig bleibt.

Wenn Ihr auch nur ein bisschen daran interessiert seid, in welchem Zustand sich Teile der Jugend so befinden, dann lest bitte den Erfahrungsbericht. Es sind nur 11 Seiten, die es aber teilweise echt in sich haben. Der Bericht zeigt, wie wertvoll und wichtig die Schulsozialarbeit ist, und wir sollten in unserer Unterstützung als Politik und Verwaltung nicht nachlassen!

Ich habe die Vorlage zustimmend zur Kenntnis genommen.


Ö6: Sicherung und Weiterentwicklung der Maßnahmen im Modellprojekt KOBSI – 2019/0380 (B)

Das Projekt KOBSI verstetigt sich, was ich sehr gut finde. Zur Mitte des nächsten Jahres läuft eventuell die Landesförderung der KOBSI-Kräfte aus. Da die Verwaltung sich für eine Fortführung des Projektes ausspricht (was ich befürworte), sind zusätzliche Mittel im städteregionalen Haushalt zu beschließen.

Es gab einen aufschlussreichen Bericht mit einer Übersicht über die Individualbetreuung der Kinder und Jugendlichen. Sehr spannend fand ich, dass es offensichtlich keine konsolidierten Statistiken über Geschlecht, Alter und Migrationshintergrund der betreuten Kinder und Jugendlichen gibt.

Ich hatte mich zunächst gewundert, warum Geschlecht und Migrationshintergrund wichtig sind. Aus dem Alter kann man zumindest auf die Klassenstufe schließen. Es ist aber so, dass die Schulbegleitungen entsprechende Fortbildungen z.B. in „Jungenarbeit“ oder im Umgang mit verschiedenen Kulturkreisen bekommen, um zielgerichteter unterstützen zu können.

Ich habe dem so zugestimmt.


Ö7: Euregionales Medienzentrum – Jahresbericht 2018 – 2019/0375 (K)

Der Bericht ist sehr umfangreich. Falls Ihr immer noch keine genauen Vorstellungen davon habt, was das EMZ so leistet, schaut da mal drüber.

Durch Umstrukturierungen wird es Kompetenzverlagerungen zwischen EMZ, Land und Bezirksregierung geben. Ich hoffe mal, dass es dadurch nicht zu ruckeln anfängt. Ich habe dem EMZ meine uneingeschränkte Hilfe zugesichert, soweit es meine kommunalpolitischen Möglichkeiten angeht. Dem Land oder der Bezirksregierung kann ich leider nicht vorschreiben, wo der Hase die Bommeln hat.

Ich habe den Bericht zustimmend zur Kenntnis genommen.

BTW: Am Ende des Monats findet in Köln wieder der Digital Education Day statt, auf dem sich Bildungseinrichtungen und Anbieter mit ihren Erfahrungen und Projekten präsentieren. Das Bar-Camp ist ausgebucht. Aber bei Interesse solltet Ihr Euch den November 2020 vormerken.


Ö8: Inhaltliche Schwerpunkte des Kommunalen Integrationszentrums für die Jahre 2020 und 2021 – 2019/0465 (B) – 2019/0465 (B)

Das KI soll sich alle zwei Jahre neue inhaltliche Schwerpunkte setzen, die es in dieser Zeit bearbeiten wird.

In den kommenden zwei Jahren wird es sich um die Themenschwerpunkte „Fokus Migration in der Arbeitswelt“ und „Diversität – Alltag in Schule“ kümmern. Beide Themen haben einen direkten Bezug zu Bildung, so dass wir im Ausschuss darüber beraten.

Mich irritieren zwei Dinge:

  • Ende 2015 haben wir noch über die damaligen neuen Themenschwerpunkte für 2016/17 beraten. In den vergangenen zwei Jahren (2018/2019) kümmerte sich das KI um „Integration im Quartier“ (eher nicht Bildung) und „Interkulturelle Unterstützungssysteme und Veränderungsprozesse für Schulen – Neues gestalten und Bewährtes stärken“ (BÄM!: Bildung)… Ende 2017 hatten wir im Schulausschuss aber darüber gar keine Vorlage. Das ging nur an den „Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Senioren und demographischen Wandel“, den StädteRegionsausschuss sowie den StädteRegionstag. Ist mir damals leider durchgerutscht und finde ich sehr schade.
  • Ich hätte gerne gewusst, mit welchem Ergebnis die vergangenen Themenschwerpunkte mit klarem Bildungsbezug ausgegangen sind. Gab es Klippen oder ungelöste Probleme, die vielleicht als Grundlage für weitere Themenschwerpunkte dienen können? Über welche Erfolge kann das KI berichten?

Ich habe angeregt, zur Halbzeit einen Sachstand über die Themenschwerpunkte zu bekommen, die wir im Schulausschuss beschließen. Aktuell nicken wir nur ab und dann macht das KI Dinge. Es ist nicht so, dass ich dem KI nicht zutraue, ordentlich zu arbeiten. Ganz im Gegenteil: Ich wertschätze die Arbeit des KI sehr! Aber ich denke, dass alle Beteiligten von einem positiven wie negativen Sachstand zwischendurch nur profitieren können.

Die Leiterin des KI hat dann spontan einen „Abschlussbericht“ vorgebracht. Der war sehr umfangreich, aber auch für mich zufriedenstellend. Sie gab Hinweise auf Verbesserungen, auf geplante Aktionen und neue Angebote. Das wäre es durchaus wert gewesen, einen eigenen Tagesordnungspunkt zu bekommen.

Ich habe den neuen Themenschwerpunkten für 2020 und 2021 zugestimmt. Und ich hoffe, dass meine Bitte, dem Ausschuss im nächsten Jahr einen Zwischenstand zu geben, nicht untergegangen ist. 😉


Ö9: Lehrerausbildung für Primarstufe, Sekundarstufe I und Sonderpädagogik in Aachen wieder ermöglichen – Antrag der FDP-Städteregionstagsfraktion vom 09.10.2019 – 2019/0468 (B)

Die FDP möchte gerne, dass sich die Verwaltung beim Land dafür einsetzt, dass die RWTH wieder Lehrkräfte der entsprechenden Schulformen ausbildet. Das halte ich aus mehreren Gründen für am Thema vorbei.

Das NRW-Schulministerium hat eine „Prognose zum Lehrkräftearbeitsmarkt in Nordrhein-Westfalen“ bis zum Schuljahr 2039/2040 erstellt. Ok, ab ca. 2025 wird es schamanisches Glaskugelpendeln bei Blutmond, aber zumindest für die kommenden Jahre kann man die Zahlen vermutlich gebrauchen.

Demnach fehlen in den kommenden Jahren im Durchschnitt etwa 200 Lehrkräfte an NRW-Grundschulen. Erst ab dem Schuljahr 2025/2026 rechnet das Ministerium damit, den Bedarf decken zu können.

Ist der Lehrkräftemangel gerade an der Grundschule aber hauptsächlich ein Problem der mangelnden Studienplätze? Oder liegt es nicht vielmehr daran, dass nicht ausreichend Menschen an Grundschulen unterrichten wollen?

Seit Jahren sinken die Zahlen derjenigen, die Grundschullehramt studieren und mit einem entsprechenden Abschluss die Hochschule verlassen. Die Studienplätze wären da, sind allerdings durch einen von der Uni abhängigen Numerus Clausus geblockt. Es kam zur Sprache, dass es wohl relativ viele Menschen gäbe, die gerne Grundschullehrkraft werden möchten, aber durch den NC blockiert sind.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat das für Grundschulen sehr gut in einem umfangreichen Forderungskatalog zusammengefasst:

  • Zusätzliche Verwaltungsfachkräfte als Schulassistenzen, um die Lehrkräfte vom Papierkrieg zu entlasten -> nicht-lehrendes Personal an Schulen -> Schulträgeraufgabe
  • Anrechnungsstunden gerecht berechnen und zuweisen -> Aufgabe des Landes
  • Besserer Arbeits- und Gesundheitsschutz -> Sowohl Land (persönliches Gesundheitsmanagement) als auch Schulträger (Gebäude, Infrastruktur)
  • Bessere Besoldung -> Aufgabe des Landes
  • Zeitgemäße digitale Ausbildung und Ausstattung -> Sowohl Land (Ausbildung) als auch Schulträger (Ausbildung, Ausstattung)
  • Ganztag -> Sowohl Land (Schaffung von Qualitätsstandards) als auch Schulträger (Bezahlung der Fachkräfte)
  • Bessere Ausbildung und mehr Studienplätze durch Abschaffung des NC-> Aufgabe des Landes
  • Kleinere Klassengrößen -> Aufgabe des Landes
  • Einführung von Multiprofessionellen Teams -> Aufgabe sowohl des Landes als auch des Schulträgers
  • Absenkung der Pflichtstundenzahl -> Aufgabe des Landes
  • Qualifizierung und Fortbildung -> Aufgabe des Landes
  • Schulbezogener Sozialindex -> Aufgabe sowohl des Landes als auch des Schulträgers
  • Teilzeitmöglichkeit -> Aufgabe des Landes
  • Gleichwertigkeit der Schulfächer -> Aufgabe des Landes

Ihr seht, dass da ein ganzer Strauß an Maßnahmen möglich ist, und der Schulträger hat dabei seinen umfangreichen Beitrag zu leisten (in der Liste grün markiert). Vielleicht ist es Euch aufgefallen: Auch die GEW möchte gerne mehr Studienplätze haben, allerdings eher in dem Sinne, dass sie den Numerus Clausus abschaffen und somit die unbesetzten Plätze zugänglich machen möchte. Ich halte den NC eh für das hinfällige Relikt eines mittelalterlichen Zunftgedankens. Und ich habe noch keine Zahlen gesehen, dass mit abgeschafftem NC die Studienplätze immer noch nicht ausreichen würden. Sollte das der Fall sein, dann (und erst dann) würde ich zumindest mal über die Neuschaffung von Studienplätzen nachdenken; ob das jetzt unbedingt in Aachen zu passieren hat, sei mal dahingestellt.

Dazu kommt, dass RWTH und Ministerium lt. Medienberichten beim FDP-Antrag bereits abgewunken haben. Ganz aktuell hat das NRW-Landeskabinett das 15. Schulrechtsänderungsgesetz auf den Weg gebracht, das für mehr Lehrkräfte sorgen soll. Kleine politische Medienkompetenzübung: Lest Euch mal die Pressemeldung der NRW-Landesregierung durch und vergleicht die Inhalte mit den Forderungen der GEW. Da steht nichts über Neuschaffung von Studienplätzen.

Ich bin der Überzeugung, dass wir die Arbeits- und Lernbedingungen an unseren Schulen und darüber hinaus das Ansehen und die Wertschätzung von Grundschullehrkräften steigern müssen, um mehr Menschen für diesen Beruf zu begeistern. Das geht aber nicht so schön anstrengungslos und günstig, wie es die FDP in ihrem Antrag formuliert.

Wir müssen uns darüber hinaus im Klaren sein, dass alle Maßnahmen, die wir jetzt ergreifen, um mehr Lehrkräfte zu gewinnen, eh erst früjestens in ca. 6-7 Jahren an den Grundschulen fruchten werden (10 Semester Studium + 18 Monate Referendariat). Mit Glück halten wir bis dahin zumindest den Status Quo an den Grundschulen…

Ich habe den Antrag entsprechend abgelehnt. Und ich kündige das hier auch schon mal für die Sitzung im Schulausschuss der Stadt Aachen an, wenn wir dort darüber beraten.

Wir haben einen weiteren Antrag formuliert, der die Parteien und deren unterschiedliche Ansichten in einem interfraktionellen Gespräch zusammenbringt und anschließend den gemeinsamen Antrag (wenn es denn einer wird) im übernächsten StädteRegionsausschuss am 28.11.2019 auf die Tagesordnung setzt. Dort sind Piraten/UFW dann leider nicht vertreten. Diesen Antrag habe ich trotzdem mitgetragen.

Übrigens: Eine Übersicht der Universitäten in NRW mit einem Angebot für ein Lehramtsstudium findet Ihr hier. Die RWTH Aachen bildet aktuell Lehrer aus, allerdings nur für Gymnasium, Gesamtschule und Berufskolleg.


Ö10: Arbeitsbericht ElPri – Übergang von der Elementar- in die Primarstufe in der StädteRegion Aachen, 2009-2019 – 2019/0479 (K)

Die Maßnahmen, um den Übergang von Kita (Elementarstufe, „El“) zur Grundschule (Pimarstufe,“Pri“) geschmeidig zu gestalten, sind sehr umfangreich.

Der in der Vorlage erwähnte ElPri-Ordner ist eher so etwas wie die „Gelben Seiten“ (die älteren werden sich erinnern) und eine Übersicht der Best-Practice-Lösungen. Und offensichtlich kommt der bei den Beteiligten auch gut an.

Ich würde vermeiden wollen, dass sich das Verfahren durch Checklisten und Protokolle zu sehr „bürokratisiert“, denn letztendlich müsste hinter jedem Kreuz auf einer Checkliste auch in der entsprechenden Einrichtung ein Prozess hinterlegt sein. Durch meine Erfahrungen aus dem Qualitätsmanagement weiß ich, dass man irgendwann einfach nur noch Kreuze macht, um den ganzen Kram endlich von der Backe zu haben. Und meistens hinterfragt die Kreuze dann eh niemand mehr. Das sollte hier nicht passieren.

Ich habe die Vorlage zustimmend zur Kenntnis genommen.


NÖ1: Digitales Lernen: Gigabit-Anschlüsse für die Schulen in Trägerschaft der StädteRegion Aachen (B)

Es ging darum, wie wir alle Schulen in Trägerschaft der StädteRegion mit Gigabit-Internet versorgen können. Ich sag mal so: Wir können es uns gar nicht erlauben, da zu schlabbern. Wenn wir es mit zeitgemäßer digitaler Bildung ernst meinen, dann muss die Verbindung ins Netz auch entsprechend leistungsfähig sein.

Ich habe den Beschluss mitgetragen.


Anfragen und Mitteilungen

Im öffentlichen Teil ging es noch einmal um das Jubiläum „10 Jahre Bildungsnetzwerk„. Am 19.11.2019 gibt es eine Abschlussveranstaltung, auf die ich mich schon freue (nicht nur der Schnittchen wegen… 😉 )

Im nicht-öffentlichen Teil ging es um die Besetzung der stellvertretenden Schulleitung eines Berufskollegs. Ich war zwei Stunden vorher bei der Vorstellung dabei und kann sagen, dass ich sehr angetan war und mich auf eine angenehme Zusammenarbeit freue.


Das war es dann für dieses Jahr mit dem Schulausschuss in der StädteRegion Aachen. Das Sitzungsjahr hat eine Menge Spaß gemacht; mir zumindest. Manche verdrehen mittlerweile verstärkt die Augen, wenn ich mich wiederholt und verstärkt zu Wort melde… deal with it. 😉

Ich sitze nicht zum Abnicken da, sondern weil ich wissen will, wie und warum etwas ist, wie es ist, und was ich machen kann, um es besser zu machen (und letztendlich auch, um mir und Euch mit meinen Berichten einen Erkenntnisgewinn zu bringen). Ohne meine Wortbeiträge hätte z. B. die Leiterin des KI heute nicht aus dem Nähkästchen plaudern können, was ich für gelungen und sehr wichtig hielt.

Fragen und Anmerkungen bitte in die Kommentare. Ansonsten lesen wir uns wieder auf der anderen Seite von Silvester.

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