Bericht Schulausschuss Stadt Aachen, 29.09.2016

Am 29.09.2016 tagte der Schulausschuss in der Stadt Aachen. Hier ist mein Bericht.

tl;dr: Mein Abstimm­ver­hal­ten fin­det ihr hier.

Presse war da. Es gab aber jetzt keine Aufreger, so dass ich einer Berichterstattung nicht entgegenfiebere.


Ich wünsche der neuen Schriftführerin viel Erfolg und bin gespannt, in welcher Detailtiefe sie die Ausschüsse protokollieren wird. 😉


Den Bericht des Kommunalen Integrationszentrums zur schulischen Situation der SeiteneinsteigerInnen in der Stadt Aachen habe ich zustimmend zur Kenntnis genommen.

Wie schon beim Bericht im Schulausschuss der StädteRegion sind die Zahlen in dem Moment veraltet, in dem der Tagesordnungpunkt ins Allris gespeichert wird.

Vergleicht man die Zahlen der (un-)versorgten Seiteneinsteiger mit den Zahlen des ersten Schulhalbjahres 2015/2016, zeigt sich, dass das KI Aachen ordentlich aufgeholt hat. Von damals 88 unversorgten Kindern und Jugendlichen sind aktuell gerade einmal sechs übrig. Ich wertschätze die Arbeit des Aachener KIs sehr.

Obwohl die Berufskollegs in Trägerschaft der StädteRegion liegen, beschult das KI Aachen für SEK II zumindest die BKs im Aachener Raum. Das ist vertraglich so geregelt und auch ok. Leider sind die Internationalen Förderklassen der BKs alle voll. Und die anderen SEK II-Lernorte wie Abendgymnasium oder Weiterbildungskolleg sind keine Einrichtungen des ersten Bildungswegs.

Ich habe auch darum gebeten, die Zahlen statt im Freitext etwas übersichtlicher in Tabellenform zu präsentieren. Das wäre für die Ausschussmitglieder einfacher durchzuarbeiten, und das KI könnte die Zeit statt fürs freie Texten eher für die Arbeit an Kindern und Eltern einsetzen. Ich bin auf den nächsten Bericht gespannt.


Die Baumaßnahmen an der GGS Am Höfling sollen mit 1.480.000 Euro zu Buche schlagen… angekündigt waren in der Sitzung vom 17.11.2015 nur 1.079.500 Euro +/- 20%. Das wären dann max. 1.295.400 Euro gewesen. Es wird also knapp 180.000 Euro teurer als der worst case, und es besteht für die nächste Planungsstufe immer noch eine „Konstenvarianz“ von 20% (also nach meinem Verständnis von +/- 10%).

Grund für die übermäßige Steigerung war lt. Gebäudemanagement der „besondere“ Aufzug sowie viele zusätzliche Sicherheitseinrichtungen.

Den Umbau müssen wir letztendlich durchführen, entsprechend habe ich zugestimmt. Ich werde aber zukünftig die „Kostenvarianz“ nicht mitteln, sondern als + x% auf die veranschlagten Kosten draufschlagen. Entsprechend erwarte ich nach Abschluss der Baumaßnahmen an der GGS Am Höfling einen Betrag von etwa  1.776.000 Euro (das wäre dann etwa ein Faktor 1,65 der ursprünglich veranschlagten Kosten). Ich bin mal gespannt, ob ich damit richtig liege.


Den Sachstandsbericht zum Ausbauprogramm der städtischen Grundschulen habe ich zustimmend zur Kenntnis genommen.

Wer übrigens einen Überblick über die Lage der Schulen haben möchte, dem sei meine Übersicht der Aachener Schulen empfohlen.


Den Planungsauftrag für Umbau und Erweiterung des Montessori Schul-/KiTa Standorts Eilendorf habe ich zugestimmt.

In der Lenkungsgruppe haben wir ausführlich darüber diskutiert. Nachdem der Montessori-(Teil-)Standort Barbarastraße ja nicht mehr gesellschaftsfähig ist, der Standort Kaiserstraße aber angegangen werden muss, habe ich nur wenig Bauchschmerzen damit. Den Standort Kaiserstraße wollte ich ja auch nicht geschlossen wissen.

Ich hoffe mal, dass zumindest für die Zeit der Bauarbeiten in der Kaiserstraße fußläufig die Gebäude in der Barbarastraße als Ausweichquartier genutzt werden können.


Für die räumliche Situation des Angebots „Schule von acht bis eins“ der KGS Kornelimünster gab es zwei aufeinanderfolgende Vorlagen.

Ö8 sollte auch in der Bezirksvertretung Kornelimünster zur Sprache kommen, wurde jedoch meines Wissens nach dort abgesetzt.

Ö9 wäre damit der neue, überarbeitete Tagesordnungspunkt.

Die GroKo hat beide Vorlagen wegen Beratungsbedarf auf eine nächste Sitzung verschoben.


Die Aufnahmezahlen an den Aachener Grundschulen sind verwirrend.

Die Vorlage spricht von 1757 i-Dötzchen, die im Schuljahr 2016/2017 in die Schule kommen. Die Schulstatistik vom 19.11.2015 (also nach Abschluss der Anmeldephase) hat aber 1998 Kinder gelistet. Mir fehlen also fast 250 Kinder.

Der Bezug zu den Zahlen vom 15.11.2015 stimmen nicht: 100 Grundschüler fehlen jetzt (1770 jetzt gegenüber 1870 am 15.11.2015)

Ansonsten ist es erfreulich, dass sich im Gegensatz zum letzten Schuljahr die Zahl der Anmeldungen an Grundschulen im Vergleich zum Vorjahr um 78 Kinder erhöht hat. Das sind 3-4 Züge…

Die GHS Burtscheid (sinkende Anmeldezahlen) und die Luise-Hensel-Realschule (65 Anmeldungen statt 124 im Vorjahr) wären so meine Problemkinder. Meine Frage, woran das liegen könnte, ist leider irgendwie im Plenum versackt…

Und die Ablehnungen an Gesamtschulen bzw. die alternative Aufnahme an anderen Schulen lässt sich leider nur durch die Differenz von Anmeldungen und Aufnahmen herleiten. Wo die Schülerinnen und Schüler letztendlich untergekommen sind, gibt die Vorlage nicht her.

Die Grünen haben das schön zusammengefasst: Wenn man sich die Differenzen zwischen Anmeldungen und Aufnahmen an allen Schulen anschaut, kann man feststellen, dass das Schulangebot nicht unbedingt dem Eltern-/Schülerwillen entspricht.

Höre ich da jemanden „Kennzahlen!!1!!“ rufen? 😉


Bei der Auslagerung Kita Stettiner Straße; Herrichtung GGS Schönforst hatte ich vorab um die Statistik für Schülerzahlen und OGS-Auslastung der GGS Schönforst gebeten.

Die Prognose der Schülerzahlen für die kommenden Jahre erwartet stabile Schülerzahlen im Bereich von etwas über 150 Schülern und Schülerinnen. Und die OGS-Auslastung beträgt derzeit fast 78%.

Ich habe angeregt, die Umbauten für die Beherbergung der Kita-Kinder multifunktional anzulegen, um die Einrichtung im Anschluss auch für den OGS-Betrieb der GGS Schönforst weiterverwenden zu können. Damit könnte man sich dann ggf. einige der Rückbau-Kosten in Höhe von 37.000 Euro sparen.


Der Verteilung von Fördermitteln an Grundschulen in 2016 habe ich so zugestimmt.

Wir werden im nächsten Jahr darüber beraten, ob beim Wegfall einer geförderten Schule automatisch eine weitere Schule nachrückt oder ob die Fördergelder auf die verbleibenden Schulen neu aufgeteilt werden.

Außerdem erwarten wir in 2017 eine Evaluierung der eingesetzten Fördergelder aus den vergangenen Jahren.


Die „Allianz für Aachen“ hat die Ausrichtung eines schulischen Schreibwettbewerbs beantragt. Die Marschrichtung für diese Art „Heimat-Aufsätze“ ist so klar wie schäbig: Die Schülerinnen und Schüler für verbissene Deutschtümelei zu instrumentalisieren. Entsprechend habe ich der ablehnenden Vorlage der Verwaltung zugestimmt.

Ja, man darf eine gute Handschrift durchaus anstreben. Ich selbst hatte anno Pief einen Schönschreibunterricht zu genießen mit dem Ergebnis, dass ich auch heute noch im familiären Umfeld verantwortlich bin für handschriftliche Glückwunschkarten aller Art. Gleichwohl haben natürlich die vergangenen 30 Jahre Computertastatur ihre Spuren hinterlassen…

Ich halte eine schöne Handschrift nicht für das Maß aller Bildung, aber durchaus für einen möglichen Zugang zum geschriebenen Wort. Da aber eine „gute Handschrift“ nicht wirtschaftlich verwertbar ist, fällt sie leider wie so viele andere Bildungsdinge immer mehr in Ungnade. Und die hidden agenda ist auch klar: Wo Schreibschrift verschwindet, müssen Tablet-PCs her. Ein Milliarden-Markt. Da darf man ruhig gegenanarbeiten, aber bitte nicht ideologisch.

Falls sich wider Erwarten nun doch eine Schule angesprochen fühlen sollte, etwas mit „Heimat“ zu machen: Die Aachener Save-Me-Kampagne hat eine Wanderausstellung zum Thema „Aachen mit den Augen der anderen“ ausgerichtet, die man für lau ausleihen kann. Deren Inhalte kann man im Unterricht sicher gut thematisieren.


Die Verwaltung möchte dem Antrag  der Linken zum Schülerspezialverkehr Barbarstraße – Brühlstraße nicht folgen, weil sie keinen Bedarf sieht. Ich sehe das derzeit genauso, wir sollten es aber beobachten.


Der Änderung der Hauptsatzung zur Besetzung von Schulleitungsstellen habe ich zugestimmt.


Die GroKo hat die Beratung von SchulA-relevanten Zielen und Kennzahlen des städtischen Haushalts aufgrund von Beratungsbedarf verschoben.

Das kam mir sehr entgegen. Ich halte viele der dargestellten Kennzahlen für Humbug. Und jeder, der mal mit „Zielvereinbarungen“ in einem Unternehmen zu tun hatte, weiß, was das oft für ausgemachter Blödsinn ist. Am Ende evaluiert man sich mit großem Aufwand die Zahlen schön, um seinen „Erfolg“ zu dokumentieren.

Man kann aber auch sinnvoll damit umgehen. Nur sehe ich das derzeit bei diesen Kennzahlen nicht.


Der Förderverein der KGS Höfchensweg möchte der Schule die Neugestaltung der Außenanlagen schenken. Meinen Segen hat er.

In den Haushaltsberatungen für 2017 wird es auch darum gehen, die Positionen für solche Ausgaben anzupassen, um nicht nur auf Sponsoren oder Fördervereine setzen zu müssen.


In den Mitteilungen der Verwaltung ging es um diese drei Punkte:

  • Die Mensa der GGS Brander Feld dreht in der Verwaltung noch eine Extrarunde, um offene Punkte abzuklären.
  • In den nächsten Tagen und Wochen erhalten die Schulleitungen in Aachen von der Verwaltung weitere Informationen zu den Asbest-Funden in den Gebäuden. Die Verwaltung wird die Sanierung jedoch nicht ins Schulreparaturprogramm aufnehmen, sondern immer dann vornehmen, wenn eh eine Baumaßnahme ansteht (dann aber mit den gebotenen Sicherheitsmaßnahmen). Das kann sie deswegen machen, da laut Gutachter von dem in Mörtel und Putz gebundenen Asbest keine Gefahr ausgeht.
  • Eine Lehrerin des Couven-Gymnasiums ist mit dem Deutschen Lehrerpreis 2016 zu einer der „besten Lehrerinnen Deutschlands“ gekürt worden. Auch von meiner Seite Gratulation zu dieser Auszeichnung.

Im nicht-öffentlichen Teil gab es keine relevanten TOPs oder Mitteilungen.


Der nächste Schulausschuss in Aachen findet am 17.11.2016 zusammen mit dem Kinder- und Jugendausschuss im Ratssaal des Aachener Rathauses statt.

2 Gedanken zu „Bericht Schulausschuss Stadt Aachen, 29.09.2016

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