Bericht Schulausschuss Stadt Aachen, 19.09.2019

Am 19.09.2019 tagte der Schulausschuss in der Stadt Aachen. Hier ist mein Bericht dazu.

tl;dr: Mein Abstimm­ver­hal­ten fin­det ihr hier.

Presse war da, erste Berichte habe ich schon gesehen.

Vor Beginn der Sitzung begrüßten wir den neuen Abteilungsleiter der Abteilung Schule. Ich freue mich auf eine gedeihliche Zusammenarbeit.


Montessori-Grundschule Mataréstraße: Vorstellung der Konzeptstudien und Planungsauftrag – FB 45/0656/WP17 (B)

Die Montessori-Grundschule Mataréstraße benötigt mehr Platz für die Verpflegung der fast 200 OGS-Kinder.

Die Verwaltung hat uns 4 mögliche Varianten vorgestellt, um eine zeit- und sachgemäße Verpflegung der Lütten sicherzustellen. In der Sitzung bekamen wir nochmal eine gute Übersicht über die verschiedenen Varianten.

Die Stadt möchte gerne Variante 1 haben:

  • Ein Zusatzbau an der Zeppelinstraße, zunächst eingeschossig, aber mit Option auf Aufstockung eines zweiten Geschosses für Wohnbebauung.
  • Und weil es durchaus denkbar ist, dass die Schule selber mehr Kapazitäten braucht, sollen dann da nur kurzfristige Mietverträge, z.B. mit Studenten abgeschlossen werden.

Ich hätte gerne Variante 4:

  • Ein zunächst eingeschossiger Zusatzbau neben dem Pavillon nimmt Küche und Mensa auf.
  • Da eine Mensa gemeinhin ein große Fensterfront hat, könnte man auch gut den Schulhof neben dem Gebäude im Blick behalten.
  • Später ist eine Erweiterung entweder in die Höhe (zweigeschossig) oder in die Breite (Ersatz für den Pavillon) möglich.
  • Die Schule bevorzugt diesen Entwurf.

In der Vorlage steht eindeutig, dass für die Variante 1 nur ein zusätzliches Geschoss vorgesehen ist. Auf meinen Hinweis hin stellte die Verwaltung klar, dass doch eine Bebauung angedacht ist, die den umliegenden Gebäuden entspricht. Aber auch das hat mich nicht überzeugt.

Bei Variante 4 sehe ich einfach sehr viel mehr flexiblen Raum für zukünftige Entwicklungen, weil man dann den Neubau und später den Pavillon auch im Sinne eines späteren „Jugendzentrums“ zusammen betrachten und „größer denken“ kann.

Der Beschlussvorschlag sah vor, die Variante 1 zu beauftragen.

Ich habe darum gebeten, zunächst über den Beschluss im Wortlaut, aber für Variante 4 abzustimmen. So wollte ich den anderen Ausschussmitgliedern die Gelegenheit geben, sich ebenfalls explizit für Variante 4 auszusprechen. Hat nichts gebracht: Ich war der Einzige, der dafür war. 😉

Und weil der Erweiterungsbau sein muss (und ich ja kein Unmensch bin 😉 ), habe ich letztendlich auch für Variante 1 gestimmt.


Energetische Hüllsanierungen Schulzentrum Laurensberg und Inda-Gymnasium; hier: Sachstandsbericht – FB 45/0662/WP17 (K)

Beide Gebäude (Schulzentrum Laurensberg und Inda-Gymnasium) müssen umfangreich hüllsaniert werden.

Die Kosten dafür werden ganz sicher höher liegen, als sie in der Vorlage genannt sind (Laurensberg: 9,5 Mio €, Inda: 5,95 Mio €).

Terminlich muss der Abschluss der Baumaßnahmen spätestens zum 31.12.2022 mit der vollständigen Abnahme erfolgen, weil das durch das Förderprogramm festgelegt ist. Da allen Kommunen aktuell Handwerker fehlen, dürfte das spannend werden…

Mich hat interessiert, ob schon erste Schätzwerte dazu vorliegen, wie hoch die energetischen Einsparungen nach der Sanierung der Gebäude wären. Es hat mich leicht gewundert, dass es da noch nichts gibt. Keine Frage: Die Fassaden sind überfällig. Aber ich bin davon ausgegangen, dass Energieeinsparungen auch Bestandteil einer Bauplanung sind.

Wer übrigens wissen will, welche städtischen Gebäude welche Energiebilanz aufweisen: Die Stadt listet mit ihrem Dienst „e2Watch“ die Verbräuche (Strom, Wasser, Wärme etc.) fast aller städtischer Gebäude:

Auf den jeweiligen Seiten könnt Ihr auch die Energieausweise der Gebäude laden. Könnte ganz interessant werden, um den Energieverbrauch vor und nach der Sanierung zu vergleichen.

Ich habe die Ausführungen zustimmend zur Kenntnis genommen.


GGS Montessori-Schule Eilendorf: Auslagerung in das Schulgebäude Barbarastraße (Ergänzungsvorlage) – FB 45/0593/WP17-1 (B)

Die Diskussion zog sich etwas.

Wir wollen das Gebäude der GGS Montessori-Schule umfangreich sanieren. Da das nicht mal so eben nebenbei passieren kann, sollen die Kinder während der Bauzeit am Standort Barbarastraße unterkommen, in den Räumen der ehemaligen Grundschule und weiterer Container.

Die Bezirksvertretung Eilendorf hatte sich in ihrer Sitzung vorher dafür ausgesprochen, die teurere Containerlösung umzusetzen (neue Standorte, statt der vorhandenen Standorte nutzen), die Schulleitung in die Planungen und Umsetzungen einzubeziehen und einen Shuttleservice für die Kinder einzusetzen.

Dem konnten wir in der Sitzung nicht komplett folgen.

Die Schulleitung wird sowieso mit einbezogen (oder es würde uns doch stark wundern, wenn nicht). Und es ist nicht nachvollziehbar, warum die Eilendorfer Kinder einen Shuttle-Service nutzen dürften, während die Kinder aus Rothe-Erde nach der Schließung der Grundschule Barbarastraße ohne Shuttle zur Schule nach Eilendorf kommen müssen, zumal Montessori-Schule und Barbarastraße gerade einmal 1,4 km auseinanderliegen und ein Weg unter dem Berliner Ring durchführt.

Der entsprechende Beschluss lautete dann, dass wir zwar die teurere Variante bevorzugen, die Verwaltung aber bei umliegenden, auch nicht-städtischen Gebäuden nach Unterbringungsmöglichkeiten Ausschau halten soll. Die Schulleitung ist selbstverständlich auch im Boot, und was den Shuttle-Service angeht, prüft die Stadt zunächst mal, welche Kinder gemäß Schulbeförderungsrichtlinien überhaupt einen Anspruch hätten (die Grenze liegt bei 2 km Entfernung vo der Schule).

Diesen Beschluss habe ich mitgetragen.


Berichterstattung: Talentschulen; Bewerbungen in der zweiten Kohorte – FB 45/0661/WP17 (K)

Ganz großer Humbug:

In NRW gibt es etwa 2500 Schulen, die prinzipiell für diesen Talentschulen-Wettbewerb in Frage kommen (Hauptschulen, weiterführende Förderschulen, Realschulen, Sekundarschulen, Gymnasien, Gesamtschulen sowie Berufskollegs). Gut, davon sind nicht alle Schulen besonderen Herausforderungen ausgesetzt, aber auf jeden Fall werden es mehr als nur 60 Schulen sein, die Unterstützung gut gebrauchen können.

Es entspicht vermutlich der wirtschaftsliberalen Grunddenke unserer Landesregierung, dass man aus jedem Projekt einen Wettbewerb machen muss. Nur: „Beste Bildung“ ist eben gerade kein Wettrennen (um mal den peinlichen Marketing-Claim unseres Schulministeriums zu bemühen).

Vier Aachener Haupt- und Gesamtschulen wollen sich am Wettbewerb beteiligen.

Die Arbeit für die einzureichenden Konzepte haben sie sich bereits gemacht. Sollen sie es halt versuchen. Wozu also jetzt noch dagegen schießen? Passt schon.


Aufnahmezahlen an den Aachener Schulen zum Schuljahr 2019/2020 – FB 45/0655/WP17 (K)

Die Zahlen bekamen wir als Tischvorlage. Interessant auf den ersten Blick:

  • Bei den I-Dötzchen gibt es ca. 100 Kinder mehr, während es bei den weiterführenden Schulen ca. 300 Kinder weniger als im Vorjahr gibt.
  • Die Hauptschulen hingegen haben ca. 20 Kinder mehr in der fünften Klasse.

Ich habe gerade keine Zeit, die Tabellen hier einzustellen. Sobald die im Protokoll stehen, verlinke ich die hier.

Die Zahlen habe ich zustimmend zur Kenntnis genommen.


Landesprogramm „Gute Schule 2020“ – Bericht 2. Quartal 2019 – FB 45/0654/WP17 (K)

Soweit alles im Lack, wobei es bei der Beschaffung der Ausstattung an der einen oder anderen Stelle etwas hakt. Das ist insofern ärgerlich, dass die Schulen sich teilweise nicht darauf verlassen können, dass sie die Ausstattung bekommen, die sie gemäß Medienkonzept benötigen.

Falls das an Eurer Schule auch so sein sollte, würde ich mich über ein Gespräch freuen.

Die Vorlage habe ich ansonsten zustimmend zur Kenntnis genommen.


Bei den Mitteilungen der Verwaltung gab es ein paar Informationen zum Digitalpakt.

Die Stadt Aachen bekommt 8.659.780 Euro (mehr Infos über die Zuteilung anderer Bildungsträger in NRW findet Ihr hier). Die passende Richtlinie dazu ist ein interpretationsbedürftiger Zweiseiter (ebenfalls unter dem obigen Link erhältlich). Und es gibt wohl einen Trägerworkshop des Landes, der jedoch nur sehr begrenzt Plätze bereit hält, so dass die Stadt keinen Platz mehr bekommen hat.

Yepp, läuft also mit dem Digitalpakt [hüstel]. Ich würde mir wünschen, dass etwas von dem Fördergeld auch beim Medienzentrum landet. Dort könnte es viele wertvolle Dinge™ im Bereich digitaler Bildung ermöglichen.

Im nicht-öffentlichen Teil ging es um verwaltungsinterne Strukturen, die Besetzung von zwei Schulleitungsstellen, Schulkooperationen und Ausstattung von Schulen.


Die nächste Sitzung des Aachener Schulausschusses findet am 05.11.2019 statt, dann wieder zusammen mit dem Kinder- und Jugendausschuss. Wir tagen nicht im Ratssaal, sondern in der Mehrzweckhalle des Kinderheimes Maria im Tann.

2 Gedanken zu „Bericht Schulausschuss Stadt Aachen, 19.09.2019

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