Bericht Schulausschuss Stadt Aachen, 07.09.2017

Am 07.09.2017 tagte der Schulausschuss der Stadt Aachen das erste Mal nach der Sommerpause. Hier ist mein Bericht dazu.

tl;dr: Mein Abstimm­ver­hal­ten fin­det ihr hier.

Presse war da, und tatsächlich hat mich im Nachgang der Sitzung jemand von den Aachener Nachrichten nach meiner Meinung gefragt. Dinge passieren.


Zukunftsfonds 2017: Antrag Passstraße (aus Sitzung vom 13.07.2017) – FB 45/0397/WP17

Vor der letzten Sitzung vor den Sommerferien tauchte relativ kurzfristig ein Förderantrag der KGS Passstraße für die Finanzierung eines Orff-Instrumentariums auf. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätten wir dem Antrag auch damals schon stattgeben können, aber es bestand noch Beratungsbedarf.

Auch jetzt habe ich für die Förderung gestimmt.

Wir haben jetzt noch Restmittel in Höhe von etwas mehr als 5000 Euro im Topf. Ich würde mich freuen, wenn eine Aachener Schule mal etwas Verwegeneres als eine Streicherklasse zur Förderung anmeldet.


Evaluation der Tabletklasse am Einhard Gymnasium – FB 45/0402/WP17

Der stellvertrende Schulleiter des Einhard Gymnasiums stellte zusammen mit einem Lehrer der Schule die Erfahrungen mit dem Projekt „Tabletklasse“ vor. Ich war tatsächlich sehr angetan, mit welcher Energie sich beide für eine Fortführung des Projektes ausgesprochen haben. Ihre Präsentation kommt hoffentlich mit ins Protokoll.

In einem nächsten Schritt wird es am Einhard eine weitere Tabletklasse mit einheitlichem Betriebssystem geben (Windows). Ich bin da etwas gespalten, denn ein vereinheitlichtes Betriebssystem widerspricht eigentlich dem BYOD-Gedanken. Gleichwohl wird die Schule ihre erste Tabletklasse heterogen weiterführen und nutzt damit beide Klassen für den direkten Vergleich.

OER ist leider noch kein Thema in den Tabletklassen, wobei es sicherlich zunächst darum geht, überhaupt die Technik in den Unterricht einzubinden, bevor man neue OER-Unterrichtskonzepte angeht. Das würde dann auch die Abhängigkeit von Schulbuchverlagen etwas reduzieren. Insofern: Alles gut.

Ich empfehle jedem Interessierten, sich den Erfahrungsbericht in der Vorlage durchzulesen!

Am 25.11.2017 findet in Köln übrigens wieder der Digital Education Day statt. So, wie ich es verstanden habe, wird das Einhard Gymnasium dort ebenfalls Referenten hinschicken. Top!


Aufnahmezahlen an den Aachener Schulen zum Schuljahr 2017/2018 – FB 45/0404/WP17

Die Zahlen gab es als Tischvorlage und werden vermutlich dann auch im Protokoll erscheinen.

Hier ein erster, sehr kurzer Abriss, ohne tiefer in die Zahlen einzutauchen:

  • Grundschulen: Es gibt 15 i-Dötze mehr, die an städtischen Aachener Schulen eingeschult werden. Die Klassenstärke bleibt gleich.
  • Hauptschulen: Insgesamt wechseln 30 SuS weniger in die 5. Klasse einer Hauptschule. Die Hauptschule Burtscheid wird einzügig und bedarf besonderer Obacht.
  • Realschulen: Im neuen Schuljahr wechseln 4 SuS mehr in die 5. Klasse eine Realschule als im alten Schuljahr. Insofern kann man die erst einmal laufen lassen.
  • Gymnasien: Der Wechsel in die 5. Klasse der Aachener Gymnasien ist leicht rückläufig (25 SuS weniger als im letzten Schuljahr). Auch hier würde ich jetzt kein Fass aufmachen.
  • Gesamtschulen: Auch bei den Gesamtschulen gibt es insgesamt einen leichten Rückgang in der 5. Klasse (12 SuS). Wie immer mussten drei von vier Gesamtschulen SuS ablehnen (134 SuS), während die Heinrich-Heine-GS 51 SuS mehr als angemeldet aufgenommen hat.

Die Zahlen muss ich mir aber noch einmal genauer anschauen.


Verteilung von Fördermitteln an Grundschulen 2017 – FB 45/0394/WP17

Die Auswahl der Kriterien geht in meinen Augen so in Ordnung.

Vielleicht bin ich etwas zu dünnhäutig, aber bei den geförderten Schulen von „belasteten“ Schulen zu sprechen, scheint mir sehr stigmatisierend zu sein. Da ich aber keine Alternative parat hatte und der Tenor im Ausschuss war, dass man das Kind ruhig beim Namen nennen solle, habe ich zurückgezogen.


Programm „Gute Schule 2020“ Berichterstattung – FB 45/0403/WP17 FB 45/0403/WP17-1

Die Ausführungen habe ich so zustimmend zur Kenntnis genommen.

Eine Anmerkung: Im Abschnitt „4.4 Stand Ausgaben für die Mittelabrufe insgesamt“ findet sich in der Tabelle in der letzten Zeile ein Betrag von 31.756,595 €…  da ist lt. Verwaltung kein Komma verrutscht, in den Cent-Beträgen ist einfach eine Zahl zuviel.

Ich war wieder der einzige Doof, dem so etwas auffällt. Liest niemand die Vorlagen genauer?


Neubau der KGS Bildchen; hier: Präsentation des nutzerspezifischen Raumkonzeptes – FB 45/0400/WP17

Ich hatte mir den Tagesordnungspunkt schon einen Tag vorher in der Bezirksvertretung Mitte angehört, um weniger Fragen stellen zu müssen. 😉

Ja, das Gebäude muss neu. Dringend! Die Gelder für den Neubau sind gut investiert.

Mir scheint es jetzt nicht unbedingt Pilotcharakter zu haben, wenn eine Bibliothek in eine Schule integriert wird. Fast alle Schulen haben bereits eine Bibliothek, insofern wäre es bemerkenswert, wenn man jetzt weniger ein Totholzlager als vielmehr ein modernes Medienzentrum mit Internetzugang, kostenlosem WLAN und Computerterminals einrichten würde. Die Idee fand leider keine Resonanz.

Über die Bibliothek haben wir nicht abgestimmt, ich werde aber an passender Stelle meine Punkte noch anbringen (z. B., dass die Stadtteilbibliothek aktuell sehr reduzierte Öffnungszeiten hat, was für die „Synergieeffekte“ mit der Grundschule nicht ansatzweise genügt).

Wir werden sehen.


Bei den Mitteilungen der Verwaltung bekam ich eine Antwort auf meine Anfrage, wie hoch die von der Bezirksregierung angekündigten Fördergelder für „Soziale Arbeit an Schulen“ für die Stadt Aachen ausfallen. Aachen erhält eine Zuwendung in Höhe von 653.872 Euro, und im nächsten Ausschuss im Oktober dröselt die Verwaltung etwas genauer auf, welche Schulen welche Gelder für ihre Schulsozialarbeit beantragt haben und bekommen werden.

Es ruckelt aktuell offensichtlich noch ein wenig bei der Bearbeitung von Anträgen auf Bezuschussung von Schülertickets, dazu kommt der holperige Start bei der Einführung der E-Tickets des ASEAG. Die Verwaltung hat das aber durch Umschichtung der personellen Ressourcen mittlerweile im Griff.

Die private bip-Schule in Rothe-Erde läuft wohl mit derzeit 6 SuS gut an. Ich bin gespannt, wie sich dieser Schulstandort entwickeln wird.


Im nicht-öffentlichen Teil ging es um verwaltungs- und schulinterne Prozesse rund um die Beschulung von Flüchtlingen, die teilweise noch nicht so geschmeidig ineinander greifen, wie sich alle Beteiligten es gerne wünschen. Alle Akteure sind  bei den Beratungen mit im Boot, so dass sich eine gute Lösung finden lassen sollte.


Der nächste Schulausschuss tagt am 17.10.2017, vermutlich in den Räumen des Depots Talstraße, dann zusammen mit dem Kinder- und Jugendausschuss.

Kommentare gerne in die Kommentare.

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