Bericht Schulausschuss Aachen, 08.12.2015

Am 08.12.2015 fand der letzte Schulausschuss in diesem Jahr statt. Hier mein Bericht.

tl;dr: Mein Abstimm­ver­hal­ten fin­det ihr hier.


Der Schulausschuss startete etwas früher als normal, weil wir über die Festanstellung der Schulsozialarbeiter ab 2018 abstimmen mussten (was quasi als Staffelholz in den Personal- und Verwaltungsausschuss überging, der um 17 Uhr startete).

Für mich war die Entscheidung zu Gunsten der Schulsozialarbeiter bereits in der Sitzung vom 17.11.2015 klar. Und auch jetzt mit der drohenden Haushaltssperre habe ich der Festanstellung zugestimmt.

Ich war angenehm überrascht, dass alle Mitglieder des Schulausschusses ohne große Diskussion das genauso sahen.


Die Stellungnahme der Verwaltung zum Einsatz von freier und offener Software an der 4. Gesamtschule hat mich ratlos und ungehalten zurückgelassen (es ging um diesen meinen Antrag).

Die Ausführungen bzgl. „Freeware“ und „kostenloser Software“ sind soweit korrekt, aber das war nicht Bestandteil meiner Anfrage. Ich habe explizit nach dem Einsatz „freier und offener Software“ gefragt. Das fällt gemeinhin unter den Begriff FOSS (Free and Open Source Software) und stellt eben genau die Software-Kategorie dar, die zu beachten ich angeregt habe. „Frei“ im Sinne von „freie Rede“, nicht im Sinne von „Freibier“.

Meine Intention war, die Lernenden, die Lehrenden und alle flankierend Bildungsverantwortlichen mit der Philosophie von „freier und offener Software“ vertraut zu machen, sie zu emanzipieren und medienkompetent zu machen, um daraus einen gemeinsamen Nutzen zu ziehen. Ein Nutzen übrigens, der weit über Geldsparen hinausgeht. Die Stellungnahme der Verwaltung bezieht sich jedoch hauptsächlich auf Kostenersparnisse durch den Einsatz von „Freeware“. Das ist in meinen Augen zu kurz gedacht und trifft nicht ansatzweise die Philosophie von freier und offener Software: Wer „MINT“ in der Bildung will, sollte mit den Möglichkeiten und Chancen von „FOSS“ vertraut sein.

Zu den im Antrag angesprochenen offenen Bildungsmaterialien (OER) schweigt sich die Stellungnahme der Verwaltung komplett aus.

Nun muss man aber auch sagen, dass der Verantwortliche aus der Verwaltung (FB 11/401, IT-Management) zeitgleich diese Vorlage im Personal- und Verwaltungsausschuss vertreten musste und entsprechend im Schulausschuss leider so ziemlich niemand etwas mit meinen Ausführungen anfangen konnte… das Abstimmungsergebnis war also vorhersehbar.

Ich habe als einziger die Vorlage der Verwaltung ablehnend zur Kenntnis genommen.

Leider sehe ich nach dieser Vorlage für die anstehende kommunale Medienentwicklungsplanung auch wenig Chancen, FOSS oder OER darin wiederzufinden; auch und gerade, weil ich nicht daran mitarbeiten darf.


Die Mobilitätsbefragung an den Aachener Grundschulen war kurz und interessant. Es kommt tatsächlich nicht selten vor, dass Eltern ihre Kiddies aus weniger als 800 Metern Entfernung mit dem Auto zur Schule bringen…leider gab es keine Auswertung darüber, welche Eltern das mit dem Weg zur Arbeit verbinden.

Die Präsentation kommt ins Protokoll.


Zum aktuellen Haushaltsplanentwurf 2016 habe ich nichts beizutragen. Denn dank der drohenden Haushaltssperre sind eh alle Planungen Makulatur. Ich warte auf die nächste Version zu Beginn des nächsten Jahres.

Trotzdem gab es eine Reihe von Änderungsvorschlägen. Ich bin mal gespannt, welche davon bis Februar 2016 die „Überarbeitung“ durch die Kämmerei überleben.

Dem jetzigen Haushaltplanentwurf habe ich zugestimmt.


Bei den Neuanmeldungen an den Grundschulen für das Schuljahr 2016/2017 fällt natürlich wieder die Barbarastraße auf, um die sich eine intensive Debatte drehte. Die Stellungnahme der Schulrätin Frau Roder zur Grundschule Barbarastraße fand ich jetzt nicht prickelnd. Hätte man auch als Stellungnahme der Verwaltung im nicht-öffentlichen Teil bringen können. Dann würden jetzt nicht bei allen die Alarmglocken läuten, sondern wir hätten uns für Februar Maßnahmen überlegen können.

Die Anmeldezahlen für alle Grundschulen in Aachen bewegt sich seit dem Schuljahr 2006/2007 eigentlich immer im Bereich 2000 Schüler und Schülerinnen; mal etwas mehr, mal etwas weniger (die Zahlen bis 2013/2014 kommen vom Landesbetrieb Information und Technik NRW, IT.NRW; die Zahlen danach kommen aus der Aachener Verwaltung):

SchuljahrAufnahmen
insgesamt
2016/20171998 (vorl.)
2015/20161984
2014/20151949
2013/20141927
2012/20131957
2011/20122097
2010/20111975
2009/20102101
2008/20091998
2007/20082009
2006/20072087
2005/20062233

Entsprechend kann man den Anmeldeschwund nicht mit insgesamt zu wenig Kindern in Aachen erklären.

Ich habe für den angekündigten Bericht im Februar 2016 darum gebeten, eine aktualisierte Übersicht über Wanderbewegungen der Schülerinnen und Schüler zu erstellen, wie es sie für das Schuljahr 2011/2012 zum letzten Mal gegeben hat; wenn nicht für alle Schulen, so doch für die Schulen mit Anmeldeschwund und Umgebung. Aber irgendwie wollte mich niemand verstehen.


Die „Bürgerbefragung zur Namensnennung der 4. Aachener Gesamtschule“ war, wie fast zu erwarten, eine Nullrunde.

Bürgerbefragung ist nicht vorgesehen, die Schulkonferenz macht das schon, wenn und wann sie will… alles gut. Oder?

„Nicht vorgesehen“ bedeutet, es ist zunächst nicht verboten, sondern man kann es machen, wenn man will. Und was die Bürgerbeteiligung bei Namensnennungen angeht, so hat das Mitte 2013 bei der Vergabe von Straßennamen auf dem Gelände des alten Tivoli schon einmal funktioniert.

Ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass die Identifikation mit einer Schule über einen aussagekräftigen Namen und nicht über einen „Arbeitstitel“ funktioniert. So desaströs ich teilweise den Festakt zum 70-jährigen Jubiläum des Couven-Gymnasiums auch empfunden habe, war doch offensichtlich, dass der Name des Gymnasiums im Vordergrund stand („Couviläum“, „Couvianer“). Selbst Grundschulen identifizieren sich über eine einfache Straßennennung mit dem Viertel, in dem sie sich befinden.

Da nun also der Ball bei der Schulkonferenz liegt: Man könnte aus der Namensnennung der Schule ein sinnstiftendes Thema für eine Politik-AG machen. Wie geht Bürgerbeteiligung? Wie plant man Umfragen, Kampagnen und Diskussionsrunden bis zum „Wahlabend“? Wie geht man mit Wahlmüdigkeit um? Und als Ergebnis stände dann fortan entweder ein neuer Name oder eben, wenn das der Wille aller Beteiligten ist, kein neuer Name über der Eingangstür. Letztes kann ja auch ein Ergebnis sein.

Ich würde mich freuen, wenn so ein Projekt tatsächlich Gestalt annimmt.

Der Stellungnahme habe ich zugestimmt, da der Schulausschuss solange nichts machen kann, bis nicht die Schulkonferenz etwas vorlegt.


Beim Schulischen Lernort für junge Flüchtlinge gab es in letzter Zeit ein paar Unklarheiten zum Wie und Wohin. Jetzt lautet die Planung, den Standort Kronenberg komplett aufzulösen und die sechs Förderklassen direkt an anderen Schulen einzurichten.

Das wären im Schulverband Aachen-Ost je zwei weitere IFKs an der GHS Aretzstraße (ab 2016/2017: 7 IFKs) und der Hugo-Junkers-Realschule (ab 2016/2017: 2 IFKs). Eine Förderklasse geht an die GHS Burtscheid (ab 2016/2017: 4 IFKs), eine Förderklasse wird aufgelöst. Diese Jugendlichen gehen dann direkt in ein Berufskolleg.

Ich habe den Ausführungen zugestimmt.


Die Vorlage zur Inklusion an den Aachener Gymnasien habe ich zustimmend zur Kenntnis genommen.


Der nächste Schulausschuss in Aachen findet statt am 18.02.2016.

Lust und Interesse, mich bei meiner Arbeit im Schulausschuss zu unterstützen? Dann einfach mal Kontakt aufnehmen. Ich würde mich freuen.

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